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Hintergrund

„TWL handelt zukunftsorientiert und mit Herzblut“

Thomas Mösl (links) und Dieter Feid vor dem Hybridkraftwerk von TWL. Es ist das erste dieser Art in ganz Deutschland. (Bild: Alexander Grüber)

„TWL handelt zukunftsorientiert und mit Herzblut“

TWL-Vorstände Thomas Mösl und Dieter Feid im Interview

Seit über einem Jahr leiten Thomas Mösl und Dieter Feid den Energieversorger TWL. Im Interview erläutern die Vorstände, welche Herausforderungen sie bereits bewältigt haben, welche Aufgaben mit der fortschreitenden Digitalisierung auf das Unternehmen zukommen und wo TWL in zehn Jahren stehen wird.

Herr Mösl, Herr Feid, welche Bilanz ziehen Sie nach Ihrem ersten Jahr als Vorstände von TWL?

Thomas Mösl: Grundsätzlich und in Kürze lässt sich sagen: Wir haben viel bewegt und sind auf einem guten Weg.

Dieter Feid: Das stimmt. Wir mussten uns in viele Bereiche detailliert einarbeiten und haben Beteiligungen, Projekte und Strategien auf den Prüfstand gestellt. Auf der Grundlage dieser Analysen haben wir TWL in Teilen neu aufgestellt und sind dabei, den Konzern stärker auf seine Kernaufgaben zu fokussieren.

Welche wichtigen Änderungen konnten Sie bereits konkret umsetzen?

Mösl: Den übergeordneten Gedanken, den Plan für alles, liefert die Übergangsstrategie 2023, die wir gemeinsam mit unserer ersten Führungsebene initiiert und entwickelt haben. Sie soll uns bis 2023 in die Lage versetzen, die großen kommenden Herausforderungen anzunehmen und zu stemmen. Eine sichtbare Änderung ist unser neuer Markenauftritt unter dem Motto: ‚Die Zukunft kann kommen‘. Zudem haben wir begonnen, unsere Aufbauorganisation besser an unsere Prozesse anzupassen.

Feid: Ausgehend von der Unternehmensstrategie haben wir das Beteiligungsportfolio von TWL geprüft und bereinigt. So haben wir im Januar 2019 die Anteile an der powercloud GmbH und im April 2019 die Mehrheitsanteile an der WEBfactory GmbH verkauft.

Wie sehen Sie die künftige Rolle des Energieversorgers TWL jenseits der Belieferung mit Strom, Gas, Wärme und Trinkwasser?

TWL ist ein gefragter Ansprechpartner beim Zukunftsthema Elektromobilität. (Bild: Alexander Grüber)

Feid: Unser Fokus liegt auf unserer Entwicklung hin zum modernen Energiedienstleister. Im Konzernverbund bieten wir bereits heute flexible und innovative Lösungen an, wenn es um die Beschaffung, Lieferung und Verteilung von Energie und Leistungen wie Contracting und Betriebsführung oder auch die energetische Gestaltung von Gebäuden geht.

Mösl: In Zukunft sehen wir uns weiter nah am Kerngeschäft. Doch zusätzlich wollen wir unsere Kunden befähigen und unterstützen, sich die Energiewende direkt nach Hause zu holen. Das kann in Form innovativer neuer Energiekonzepte oder Quartierslösungen sein, in deren Rahmen Strom dezentral erzeugt und gespeichert wird, das Ganze intelligent gesteuert und optimiert inklusive zusätzlicher Versorgungsleistungen wie Ladestationen für E-Mobilität.

Seit Juli vertreibt TWL Strom und Gas in ganz Deutschland. Warum gehen Sie diesen Schritt?

Feid: Zusätzliches Geschäft, also Wachstum, über Vertriebsaktivitäten zu erreichen, ist wichtig für jedes Unternehmen, auch für TWL, um das Ergebnis im Kerngeschäft in Zukunft stabil zu halten. Das Kundenpotenzial und somit die Möglichkeit, Marktanteile zu gewinnen, ist innerhalb Ludwigshafens begrenzt. Der Schritt, über Ludwigshafens Grenzen hinweg Energie zu vertreiben, bietet TWL die Möglichkeit, im schwierigen Verdrängungswettbewerb der reinen Energieversorgung weiterhin erfolgreich zu sein.

Was hebt TWL als Ludwigshafener Energieversorger vom bundesweiten Wettbewerb ab?

Feid: Unser Gesamtpaket macht den Unterschied: Wir sind ein Stadtwerk mit über 100 Jahren Erfahrung in der Versorgung mit Energie für Haushalte und Gewerbe. Als hundertprozentige Tochter der Stadt Ludwigshafen sind wir der Stadt und ihren Bürgern ein zuverlässiger Partner sowie ein wichtiger Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb. Wir sind persönlich für unsere Kunden da, unterhalten unser eigenes Kundenzentrum und beraten vor Ort. Im Gegensatz zu einem Großteil unserer Wettbewerber erzeugen wir keine Energie aus fossilen Brennstoffen oder Kernkraft.

Mösl: Wir treiben die Energiewende aktiv voran. Das tun wir unter anderem mit klimaschonendem Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung, indem wir Fernwärme nutzen und ausbauen, mit der Grünstellung unserer Strom- und Erdgasprodukte für Privat- und Gewerbekunden und allem voran mit unserem neuen Hybridkraftwerk am Standort Ludwigshafen.

Was bedeutet Ihre vertriebliche Expansion für die Kunden in Ludwigshafen?

Feid: Unser Leistungsversprechen bleibt individuell und persönlich. Wir werden auch weiter jeden Kunden persönlich beraten und betreuen. Darüber hinaus werden wir neue Produkte, Dienstleistungen und Konzepte in die lokale Energiewende einbringen.

Wie lautet das TWL-Versprechen für Ihren Heimatmarkt und die Menschen hier?

Mösl: Unser neuer Markenauftritt bringt das perfekt rüber: Wir handeln mit Dynamik, zukunftsorientiert mit Herzblut, Ludwigshafen und seinen Bürgern verbunden. Für die Zukunft sind wir gut vorbereitet, die individuellen Anforderungen der Kunden umzusetzen. Bei uns sind die Bürger angesichts der Veränderung unserer Energiewelt und der wachsenden Digitalisierung unseres Lebens gut aufgehoben.

Welche Vorteile bietet der neue Standort in der Bismarckstraße Ihren Kunden?

Bei der Digitalisierung bleibt TWL am Ball und bietet unter anderem immer mehr Services online an. (Bild: Alexander Grüber)

Feid: Wir werden den Kunden am neuen Standort viel näher sein, sind besser erreichbar und bieten mehr Platz und Komfort.

Wie geht TWL das Zukunftsthema Digitalisierung an?

Feid: Die Digitalisierung gehen wir strukturell an. Wir haben einen neuen Bereich IT geschaffen und stellen damit die Ressourcen bereit, das Thema innerhalb von TWL voranzubringen. Außerdem stellen wir zahlreiche Produkte und Services auf digitale Prozesse um. Viele unserer Angebote sind online verfügbar, beispielsweise Verträge, Kundenportal, Standrohrportal und Beantragung von Hausanschlüssen über das Geoportal. Wenn die digitalen Stromzähler kommen, werden wir das Messwesen umstellen und weitere neue digitale Services anbieten.

Mösl: Wir forschen auch zu innovativen digitalen Lösungen für den Energiesektor. Unsere neueste Eigenentwicklung auf diesem Feld ist die digitale Steuerung dezentraler Erzeugungsanlagen, die wir bereits in Verbindung mit unserem Hybridkraftwerk nutzen und die dabei hilft, das lokale Stromnetz bei Schwankungen in Balance zu halten.

Wie ist es um die lokale Energiewende in Ludwigshafen bestellt und welche Lösungen bietet TWL hier?

Feid: Wir sind gut vorbereitet und setzen die Energiewende für Ludwigshafen und die Bürger schrittweise um. Wir bieten ein vollständig grünes Produktportfolio für Privat- und Gewerbekunden und unser Strommix über alle Kundensegmente enthält über 50 Prozent erneuerbare Energien. Im Vergleich zum Deutschlandmix 2018 mit nur knapp 37 Prozent erneuerbarer Energie ist das ein starker Wert.

Mösl: Durch den Ausbau der Fernwärme fördern wir zudem die umweltfreundliche Art der Wärmeversorgung mit einem extrem niedrigen Ausstoß von CO2. Mit grünem Strom und Fernwärme kann jeder Bürger zum Gelingen der lokalen Energiewende beitragen.

Wie wird sich TWL in den nächsten Jahren weiterentwickeln?

Feid: Wir werden gezielt in neuen Geschäftsfeldern wachsen. Uns ist es wichtig, als Stadtwerk in einer engen Partnerschaft zu Ludwigshafen und seinen Bürgern ganz organisch in neue Geschäftsfelder hineinzuwachsen. Wir wollen eine möglichst reibungslose Evolution zum Stadtwerk der Zukunft vollziehen. Das entspricht unserer Übergangsstrategie, die primär auf die Konzentration auf das Kerngeschäft wie Netze, Messstellengeschäft, klassische Energieversorgung, Energieproduktion und Anlagenbetrieb setzt und Geschäftsfelder mit direktem Bezug dazu, beispielsweise E-Mobilität oder Quartiersentwicklungen, zusätzlich in den Fokus nimmt.

Wo sehen Sie TWL in zehn Jahren?

Mösl: In zehn Jahren ist TWL als Experte anerkannt, der erfolgreich in neuen energienahen Geschäftsfeldern agiert, die individuellen Anforderungen unserer Kunden an die Energieversorgung der Zukunft umsetzt und ein optimales Angebotsportfolio bietet.

Der Kaufmännische Vorstand Dieter Feid und der Technische Vorstand Thomas Mösl leiten TWL seit dem 30. Mai 2018. Zuvor war Thomas Mösl seit 2015 Geschäftsführer der TWL Metering GmbH; Dieter Feid war seit 2011 als Beigeordneter und Kämmerer unter anderem für die Finanzen der Stadt Ludwigshafen verantwortlich und hat in dieser Funktion die Entwicklung des TWL-Konzerns maßgeblich begleitet.