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Hintergrund

LoRaWAN: TWL testet Funknetz in der Goetheschule

Die Spezialisten für LoRaWAN bei TWL an der Goetheschule Nord (von links): Helmut Bindl, Helmut Steckbauer, Giuseppe Grifo und Sascha Pfaffmann. (Bild: TWL)

LoRaWAN: TWL testet Funknetz in der Goetheschule

LoRaWAN für den schnellen Datenaustausch

Mit dem Funknetz LoRaWAN macht TWL Klassenzimmer der Goetheschule Nord in Ludwigshafen-Hemshof intelligent. Dort erheben Sensoren Daten zur Luftqualität und Raumtemperatur, um den idealen Zeitpunkt zum Lüften anzuzeigen. Auf diese Weise lassen sich Lernkomfort und Energieverbrauch optimieren.

LoRaWAN – was ist erst einmal kryptisch anhört, ist ein Funknetz für den Austausch von Daten. Ein solches Long Range Wide Area Network hat TWL in Ludwigshafen aufgebaut. Dafür installierte der Energieversorger insgesamt zehn Funkantennen auf Gebäuden. Diese Gateways stehen zum Beispiel auf dem TWL-Standort in der Bismarckstraße, dem Wasserwerk in Maudach, der Müllverbrennung und dem Rathaus-Center.

 Im LoRaWAN fließen Daten per Funk

So könnte die Zukunft in einer Smart City aussehen. Sensordaten unterstützen verschiedene Bereiche in der Stadt. (Bild: TWL)

Die Antennen empfangen Daten von Sensoren, die an Geräten oder in Gebäuden angebracht sind, und übertragen sie an die entsprechenden TWL-Systeme, zum Beispiel in der Leitwarte. Vorgaben an die IT-Sicherheit werden dabei berücksichtigt.

Netze wie das LoRaWAN werden immer wichtiger. Denn die Zukunft gehört dem Internet der Dinge: Vernetzte Alltagsgegenstände kommunizieren miteinander und mit ihren Nutzern und erledigen bestimmte Aufgaben selbstständig. Zu den möglichen Anwendungen gehören Mülltonnen, die ihren Füllstand melden und so die Leerung veranlassen. Möglich sind auch Kühlschränke, die Milch nachbestellen. Notwendig für derartige Szenarien ist eine Infrastruktur, mit der sich die entsprechenden Daten erfassen und übermitteln lassen. Zum Beispiel via LoRaWAN.

LoRaWAN: Pilotprojekt im Klassenzimmer

Derzeit testet der Energieversorger die Technologie an der Goetheschule Nord im Hemshof. In einem Pilotprojekt mit der Stadt stattet er vier Klassenzimmer mit Sensoren aus, die Raumdaten wie Zimmertemperatur und Luftqualität messen. Diese Daten zeigen den idealen Zeitpunkt zum Lüften an und tragen dazu bei, optimale Raumbedingungen fürs Lernen zu schaffen. Zudem helfen sie, das bestehende Energiemonitoring zu verbessern. Auf Basis aktueller Daten lässt sich die Heizung gezielter steuern und Energie sparen. Das Projekt läuft voraussichtlich sechs Monate. TWL will auch andere Schulen an das Funknetz anschließen und plant darüber hinaus weitere LoRaWAN-Projekte in Ludwigshafen.

Störungen schneller beheben

Der Energieversorger selbst nutzt die Technologie bereits erfolgreich. Unter anderem fließen Anlagendaten direkt in die Leittechnik, sodass TWL etwaige Fehler schneller lokalisieren und beheben kann, was die Ausfallzeiten verringert. Sascha Pfaffmann, der das Thema in der Unternehmensentwicklung von TWL betreut, betont: Für uns ist LoRaWAN eine einfach, nachhaltige und günstige Alternative zu den bisher genutzten Übertragungswegen.“

Verglichen mit anderen Ansätzen bietet die Technologie viele weitere Vorteile: Sie ist einfach aufgebaut, besitzt eine große Reichweite und ermöglicht auch in Kellern und Schächten einen guten Empfang. „Unsere Gateways können linksrheinisch teilweise auch Daten aus Worms und Bad Dürkheim empfangen, rechtsrheinisch kommen wir mit der Reichweite bis ins Umland hinter die Stadtgrenze von Mannheim“, sagt Sascha Pfaffmann.

Zudem benötigen die Sensoren wenig Energie. Die Batterien müssen nur alle zehn Jahre gewechselt werden, was den Wartungsaufwand des Netzwerks geringhält. Zwar kann die Technologie nur kleine Datenmengen übertragen, etwa einzelne Befehle und Messwerte, doch dies reicht für viele Einsatzszenarien aus. Sascha Pfaffmann ist daher optimistisch: „LoRaWAN hat großes Zukunftspotenzial. Da unser Netz bereits steht, sind wir technologisch gut gerüstet.“