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Energie sparen dank Sommerzeit?

Die Umstellung auf Sommerzeit raubt viele Menschen erst einmal Energie.

Energie sparen dank Sommerzeit?

Wer derzeit viel gähnt und einen Mangel an Energie verspürt, der leidet womöglich noch an den Nebenwirkungen der Umstellung auf die Sommerzeit.

Im Frühjahr und im Herbst macht vielen Menschen der Wechsel auf Sommer- und Normalzeit zu schaffen; dazu gehört auch die Frage, in welche Richtung die Uhr denn diesmal gedreht wird. Am vergangen Osterwochenende hieß es: eine Stunde nach vorn. Die mitteleuropäische Sommerzeit endet am 30. Oktober, wenn wir die Zeit wieder eine Stunde zurückdrehen.

Die Idee: Weniger Energie verbrauchen

Seit 1980 wird zweimal im Jahr an den Uhren gedreht. Das ist sogar im Zeitgesetz von 1978 festgeschrieben; seit 1996 stellen alle europäischen Länder ihre Uhren zeitgleich um. Ein Anlass für die Zeitumstellung war die Überzeugung, mit dem Wechsel zur Sommerzeit das Tageslicht besser auszunutzen und Energie einzusparen. Wissenschaftliche Studien widerlegen dies: Zwar schalten wir in der Sommerzeit abends seltener die Lampen an, vor allem im Frühjahr und Herbst wird aber in den kühleren Morgenstunden vermehrt die Heizung aufgedreht. Zudem nutzen wir mehr elektronische Geräte, wie Smartphone, Fernseher und Co., was dazu führt, dass generell mehr Energie – auch in den Abendstunden – verbraucht wird. Dass durch den Wechsel zur Sommerzeit am Abend länger Tageslicht zur Verfügung steht, reicht also nicht aus, um Energie zu sparen.

Die Realität: Weniger Energie und Schwung

Immer mehr Deutsche – 74 Prozent laut Statista – finden die Zeitumstellung überflüssig. Nicht jeder steckt den Wechsel auf die Sommerzeit im Schlaf weg: 29 Prozent geben an, dass sie in den Tagen nach dem Zeitwechsel negative Auswirkungen spüren. Dazu gehören Müdigkeit und Schlappheitsgefühl, Einschlafprobleme und Schlafstörungen sowie Konzentrationsdefizite; vor allem Frauen sind leichter gereizt. Laut einer Studie der DAK Gesundheit kommt es in den ersten drei Tagen nach der Zeitumstellung zu 15 Prozent mehr Krankschreibungen und auch die registrierten Herzbeschwerden steigen um 25 Prozent. Experten begründen dies mit Schlafmangel und einem aus dem Takt geratenen Bio-Rhythmus, da sich der Körper nicht schnell genug an den abrupten Hell-Dunkel-Wechsel gewöhnt.

Energiehaushalt im Gleichgewicht

Auch wenn die innere Uhr mit dem Zeitwechsel aus dem Takt kommt – die Idee, die Uhrzeit des Sonnenaufgangs im Jahresverlauf konstanter zu halten und damit das verfügbare Tageslicht im Sommer und Winter zu maximieren, kann für unseren Körper und unsere Energie langfristig von Vorteil sein. Deshalb und weil es ein europäisches Abkommen gibt, wird es also auch in Zukunft die Sommerzeit geben. Die richtige Vorbereitung kann helfen, den Mini-Jetlag schnell zu überwinden: Vor dem Wechsel zur Normalzeit im Oktober ist es ratsam, abends etwas später ins Bett gehen als üblich und die Abendroutine damit nach hinten verschieben. Vor allem Nachmittagsspaziergänge im Tageslicht und Kunstlicht am Abend erleichtern den Wechsel zur Normalzeit. Bei der Umstellung zur nächsten Sommerzeit – also in etwa einem Jahr – sollte man seinen Abendrhythmus wiederum etwas nach vorne verlagern und an den Tagen vor dem Wechsel immer etwas früher ins Bett gehen als üblich. Morgendliche Spaziergänge bei Tageslicht und helles Licht in der Wohnung helfen dem Biorhythmus auf die Sprünge. Innerhalb weniger Tage hat sich der Körper dann bei den meisten wieder an den neuen Rhythmus gewöhnt.