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Der kulTurm in Ludwigshafen – vom Bunker zur Event-Location

Der kulTurm in Ludwigshafen bietet von seiner Plattform eine tolle Aussicht auf die Stadt. (Bild: Bernd Albert)

Der kulTurm in Ludwigshafen – vom Bunker zur Event-Location

Eine Wendeltreppe schraubt sich im kulTurm in Ludwigshafen bis zur Aussichtsplattform nach oben. (Bild: Bernd Albert)

Veranstaltungsort mit besonderem Ambiente im Hemshof

Eine coole Lounge, eine kreisrunde Galerie und eine Panoramaplattform mit Blick auf die gesamte Rheinebene: Der kulTurm in Ludwigshafen bietet seit 2008 facettenreiche Räume für Kultur und Events. In Zukunft will Besitzer Bernd Albert den ehemaligen Bunker und TWL-Wasserturm gemeinsam mit Partnern noch intensiver bespielen.

Hermetische Abschottung hinter zwei Meter dicken Betonmauern und die schwebende Leichtigkeit einer freien Rundumsicht aus 47 Metern Höhe – der kulTurm in Ludwigshafen fasziniert mit einem einzigartigen Raumerlebnis. Es entsteht durch die Symbiose zweier historischer Bauwerke. Die Event-Location in der Rollesstraße im Stadtteil Hemshof vereint die architektonischen Besonderheiten eines ehemaligen Luftschutzbunkers und eines stillgelegten Wasserturms von TWL.

Der kulTurm in Ludwigshafen vereint faszinierende Orte

Spannende Kontraste: Der kulTurm in Ludwigshafen vereint einen Bunker und einen Wasserturm. (Bild: Bernd Albert)

Der untere Teil des achteckigen Bauwerks, das heute als kulTurm in Ludwigshafen und Umgebung von sich reden macht, wurde 1942 nahe der BASF-Arbeiterkolonie als Bunker für fast 1.800 Menschen errichtet und bot nach dem Krieg als „Turmhotel Bürgerbräu“ Unterkunft in 96 winzigen, fensterlosen Zimmern. 1953 setzten die damaligen Stadtwerke, heute TWL, einen Wasserturm auf den ehemaligen Schutzbau: Im adretten Stil der 1950er-Jahre gehalten, bildet er mit seinen Mauern aus rotem Backstein, Schmuckbordüren aus hellem Sichtbeton und kreisrunden Fenstern einen spannenden Kontrast zum Bunker. Noch bis zum Jahr 2009 war der Wasserturm mit seinem zwei Millionen Liter fassenden Wasserspeicher in Betrieb.

Es war Bernd Albert, der dem ungewöhnlichen Bauwerk bereits ab 2001 ganz neues Leben einhauchte. Der Musiker kaufte zunächst den unteren Bunkerteil und baute ihn Schritt für Schritt und nahezu in Eigenregie um. Seit 2008, als der heute 42-Jährige den kulTurm in Ludwigshafen bei der „Nacht der Museen“ eröffnete, bietet das Gebäude einen faszinierenden Ort für Kulturevents, private Feiern und Firmenveranstaltungen aller Art. „Ich wollte schon als Jugendlicher alte und vergessene Gebäude neu beleben. Diesen Traum habe ich mir mit dem Wasserturm erfüllt“, sagt er. Inzwischen wird der gesamte Turm genutzt.

Viel Arbeit und Herzblut hat Albert in den Umbau gesteckt und dem kulTurm in Ludwigshafen eine besondere Atmosphäre verliehen. Heute öffnet sich der schwerfällige Bunker über angebaute Terrassen zur Außenwelt, im Inneren schraubt sich eine doppelt gewundene Wendeltreppe nach oben. Im Wasserturm gelangen Besucher über eine stählerne Treppe zur Panoramaplattform und können dort dank einer durchgehenden Fensterfront eine 360-Grad-Sicht auf Ludwigshafen und die gesamte Rheinebene genießen – das Highlight des kulTurms.

Klangerlebnisse unter der Turmkuppel

Derzeit finden hier an den Samstagen im August Musikveranstaltungen statt. Am 19. August steigt die Ufo-Session, ein sphärisches Harfen- und Gitarrenkonzert, und am 26. August lockt die Klangperformance „Space Shuttle“ zu einer Fantasiereise durch Raum und Zeit. An diesem Kunstprojekt ist Turmbetreiber Bernd Albert selbst beteiligt. Er komponierte und inszenierte die Performance gemeinsam mit der Mezzosopranistin Karin Maria Zimmer.

Anders als 2016, als während des Kultursommers zahlreiche Konzerte und Ausstellungen im kulTurm in Ludwigshafen über die Bühne gingen, ist es in diesem Jahr künstlerisch deutlich stiller geworden in der Rollesstraße. Das liegt an der wachsenden Popularität des Gebäudes als Event-Location. Unternehmen aus der gesamten Region haben den kulTurm als ungewöhnlichen Schauplatz für Tagungen und Firmenfeste entdeckt; auch Privatpersonen feiern hier gern. Der Turm bietet Platz für maximal 200 Personen, am besten eignet er sich für 20 bis 100 Gäste.

„Wir richten im Schnitt vier Veranstaltungen pro Monat aus, einschließlich nachhaltiger Verpflegung mit vegetarischen und veganen Gerichten“, sagt Albert, der den Turm gemeinsam mit seiner Partnerin Anika Schäfer betreibt. „Damit stoßen wir jetzt insofern an unsere Grenzen, dass wir uns kaum noch um öffentliche Veranstaltungen kümmern können“, bedauert er.

Wieder mehr Kunst im kulTurm in Ludwigshafen

In Inneren des Bunkerteils birgt der kulTurm eine Galerie. (Bild: Bernd Albert)

In Zukunft sollen im kulTurm in Ludwigshafen aber wieder mehr Kulturveranstaltungen sowie ein durchgängiger Café- und Lounge-Betrieb angeboten werden. Daher suchen Albert und Schäfer zurzeit Partner, mit denen sie ein neues, gemeinsames Konzept entwickeln wollen. „Hier ist Platz für mehrere Firmen, die unter einem Dach etwas bewegen können“, sagt Albert. Und so beginnt vielleicht schon bald eine neue Ära im kulTurm in Ludwigshafen, die das alte Gebäude mit noch mehr Leben und Vielfalt füllt.

 

Am „Tag des offenen Denkmals“, Sonntag, 10. September, ist der kulTurm in Ludwigshafen, Rollesstraße 14, von 11 bis 16 Uhr für Besichtigungen geöffnet.